Pressemitteilung 02/09

    Wir streiken gegen einen Arbeitswert mit Summe Null.
    Am Freitag, dem 25. September 2009, erscheint die Beilage zum Thema „Prakti-Streik“ in der taz, der tageszeitung.

    „Wir streiken gegen einen Arbeitswert mit Summe Null!“ Unter diesem Titel erscheint am 25. September 2009 eine vierseitige Beilage in der Berlinausgabe der taz, die tageszeitung. Darin setzen sich acht junge Akademiker mit ihrer Generation auseinander, in der ein Praktikum als notwendiger Schritt in die Berufswelt gilt. Die steigende Arbeitslosigkeit und die unsicher gewordene wirtschaftliche Zukunft öffentlicher und privater Arbeitgeber erhöhen gerade jetzt die Bereitschaft auf Seiten der Studierenden und Absolventen, für mehrere Monate unentgeltlich als PraktikantIn zu arbeiten, um wenigstens „irgend etwas“ zu tun. Die Beilage stellt dar, wo hierbei die Chancen und Risiken liegen – und ruft zum Protest auf.

    In einem innereuropäischen Systemvergleich zieht Autor Tobias Singer Bilanz: Das Phänomen Praktikum betrifft nicht nur junge deutsche Bürger, sondern ist unlängst zum gesamteuropäischen Problem geworden. Autorin Anna Mauersberger kommt in einer Abrechnung mit ihrer Generation zu dem Schluss, dass es nicht zuletzt die Praktikanten selbst sind, die mit ihrem angepassten Verhalten die Spirale der Arbeitsentwertung antreiben. Und Sofia Shabafrouz spricht in einem Interview mit dem Regisseur Jonas Grosch über seinen neuesten Film „Résiste! Aufstand der Praktikanten“, der ab November 2009 in den deutschen Kinosälen zu sehen sein wird. Das große Dilemma der Protagonisten: Streik oder Stillhalten?

    Wir sagen: Streik. So endet die Beilage mit dem Aufruf, gemeinsam gegen ungerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen von Praktikanten zu protestieren – denn wer arbeiten kann, darf auch streiken. Gleichgesinnte und Sympathisanten sind eingeladen, am 9. Oktober 2009 auf den Potsdamer Platz in Berlin zu kommen. Unsere Forderungen:

    Eine klare und gerechte arbeitsrechtliche Regelung für Praktika
    Ein Verbot der Substitution von Vollzeitarbeitsplätzen durch Praktika
    Eine Vergütung von Praktika für Hochschulabsolventen, die den Lebensunterhalt sichert
    Faire Arbeitsbedingungen für Praktikanten (schriftlicher Vertrag, Lernverhältnis, Regelungen von Arbeitszeiten, Überstunden, Urlaub, etc.)
    Eine Begrenzung der Praktikumsdauer auf maximal sechs Monate

    Der Praktikanten-Streik 09 wird unterstützt von DGB Jugend, fairwork e.V., verdi, GEW Berlin, und der taz – die tageszeitung. Die Streik-Beilage in der taz ist ab Freitag, den 25. Oktober 2009, auch online unter www.taz.de verfügbar.

    Organisiert wird der Praktikanten-Streik 09 von acht jungen Menschen mit umfangreichen Praktikumserfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern und Unternehmen. Derzeit nehmen sie als Team an der Praktikumsinitiative creativevillage teil. Der Streik richtet sich jedoch ausdrücklich nicht gegen diese und die an ihr beteiligten Unternehmen, sondern nutzt die im Rahmen von creativevillage zur Verfügung gestellte Plattform einer eigenen Beilage in der taz, um auf die allgemein vorhandene Problematik „System Praktikum“ aufmerksam zu machen.

    Pressemitteilung #1